Brauch ich, brauch ich nicht...

Manche Gärtner überlassen ihre Zimmerpflanzen mehr oder weniger sich selbst. Andere wiederum sind unsicher, wenn es um die richtige Pflege und die nötige Ausstattung geht.
Isabelle Erne
Adobe Stock

Für den eigenen Indoor-Garten braucht man neben geeigneten Pflanzenund dem passenden Standort (Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit) im Grunde keine grosse Ausrüstung: Töpfe, Blumenerde, Dünger und eine Zimmergiesskanne genügen fürs Erste. Selbst Gartengeräte sind nicht zwingend erforderlich. Das Umtopfen gelingt mit den Händen oder einem Löffel ebenso gut. Erst nach einigen Jahren, wenn Yucca oder Monstera zu viel Platz beanspruchen, empfiehlt sich eine gute kleine Gartenschere oder sogar eine Handsäge. Bis dahin – und für die üblichen kleineren Pflegemassnahmen (wie das Entfernen verwelkter Blätter oder Blüten) – tut es auch eine übliche Haushaltsschere.

Weniger ist mehr

Pflanzgefässe sind heute in unzähligen Ausführungen erhältlich. Aus praktischer Sicht haben sich jedoch die guten alten Standard-Tontöpfe bewährt: Das poröse Material sorgt für eine gute Sauerstoffversorgung der Wurzeln und im Sommer für eine willkommene Verdunstung. Dadurch heizt sich der Wurzelballen nicht zu stark auf. Das Gewicht des Topfes verleiht der Zimmerpflanze zudem eine gute Standfestigkeit, während sich seine natürliche Optik überall gut einfügt. Seine konische Form erleichtert zudem das Auspflanzen sowie das Umtopfen in ein grösseres Gefäss: Der Raum zwischen Wurzelballen und Topfrand lässt sich dabei ohne Weiteres anfüllen.

Auch bei Blumenerde hat man die Qual der Wahl. Für die meisten Zimmerpflanzen genügt jedoch eine hochwertige Universalerde, die bestenfalls thermisch behandelt wurde, um einen Schädlingsbefall zu vermeiden. Nur wenige Pflanzenarten benötigen ein spezielles Substrat, darunter Orchideen und Sukkulenten. Je nach Vorliebe können Sie sich zwischen einem Langzeitdünger in Form von Stäbchen oder Kegeln, die in die Erde eingesteckt werden, oder einem Flüssigdünger, der dem Giesswasser beigemischt wird, entscheiden. Gehen Sie aber sparsam mit Dünger um. Im Zweifelsfall ist eine Unterdosierung weniger problematisch als eine Überdosierung.

In der Regel empfiehlt sich bei der Wahl einer Giesskanne ein Modell mit einem Fassungsvermögen zwischen einem und 2,5 Litern sowie einer langen Tülle. Kleinere Giesskannen sind dann sinnvoll, wenn nur wenige Pflanzen gegossen werden müssen. Kannen mit fester Brause sind unpraktisch, da sie keine gezielte Bewässerung erlauben und schnell zum Überlaufen führen. Deshalb sind sie für den Einsatz in Innenräumen eher weniger geeignet.

Rund ums Jahr

Blätter reinigen: Verwenden Sie die kleine Bürste Ihres Staubsaugers auf der niedrigen Stufe und/oder ein mit kalkfreiem Wasser angefeuchtetes Mikrofasertuch. Lassen Sie die Finger von Glanzmitteln.

Schädlingsbefall vorbeugen: Untersuchen Sie neue Pflanzen sorgfältig und separieren Sie diese nach Möglichkeit in den ersten Wochen von Ihren anderen Pflanzen. Setzen Sie bei Befall auf Klebefallen und natürliche Behandlungsmethoden. In schweren Fällen ist ein starker Rückschnitt (v. a. bei Strauchpflanzen) zuweilen die beste Option.

Umtopfen: ist dann erforderlich, wenn die Pflanze im Verhältnis zum Topf zu gross wird, die Wurzeln aus den Abzugslöchern herauswachsen oder die Erde verbraucht aussieht. Dies sollte (ausser in Notfällen, z. B. bei einem zerbrochenen Topf) im März/April erfolgen.

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