«Urban Jungle», ein anspruchsvoller Trend
In der dunklen Jahreszeit hemmen die geringen Lichtverhältnisse das Wachstum unserer Pflanzen. Gleichzeitig machen ihnen die oft zu hohen Temperaturen und die mangelnde Luftfeuchtigkeit in unseren Wohnräumen zu schaffen. Wir kompensieren dies mehr schlecht als recht durch übermässiges Giessen. Doch all diese widersprüchlichen Faktoren schaden der Gesundheit und Schönheit unserer Zimmerpflanzen.
Zunächst sollte das Heizsystem unter die Lupe genommen werden. Für die meisten Zimmerpflanzen ist eine Temperatur zwischen 18 und 22 °C ideal. Viele Pflanzen kommen jedoch auch mit kühleren Temperaturen zurecht (z. B. 16 °C in einem Schlafzimmer). Höhere Temperaturen sind hingegen weniger wünschenswert, da sie fast immer mit sehr trockener Raumluft einhergehen, deren relative Luftfeuchtigkeit oft unter 30 % liegt. Um gut zu gedeihen, benötigen die meisten Zimmerkulturen jedoch eine relative Luftfeuchtigkeit von mindestens 50 bis 60 %. Wenn Sie die Heizung in den Wohnräumen auf 19–20 °C herunterdrehen, sparen Sie nicht nur erhebliche Kosten ein, sondern erhöhen auch automatisch die Luftfeuchtigkeit.
Warme oder kalte Zugluft vermeiden
Die Luftfeuchtigkeit lässt sich mithilfe eines Hygrometers ermitteln. Wenn diese trotz geeigneter Temperaturen für das Wohlbefinden Ihrer Pflanzen immer noch zu niedrig ist, sollten Sie entsprechende Massnahmen ergreifen. Dies gilt insbesondere, wenn ihre Pflanzen auf dem Boden stehen und eine Fussbodenheizung den Raum erwärmt. Denn was wir als angenehm empfinden, muss unseren Zimmerpflanzen nicht zwangsläufig guttun. In diesem Fall sollten Sie Ihre Pflanzgefässe etwas höher platzieren, sie in Gruppen arrangieren (um ein Mikroklima zu erzeugen) und Untersetzer mit Kies (oder Tongranulat) verwenden, in denen immer etwas Wasser steht. Alternativ können Sie auch Luftbefeuchter an den Heizkörpern befestigen oder, wenn diese energiesparenden Lösungen noch immer nicht ausreichen, einen elektrischen Luftbefeuchter einsetzen.
Doch auch ein kalter Boden in einem ansonsten angenehm temperierten Raum kann problematisch sein. In einem Altbau, Wintergarten oder Erker sollten Sie deshalb eine isolierende Unterlage zwischen Boden und Unterschale legen. Untersetzer aus Kork eignen sich hierfür sehr gut. Alternativ können Sie Ihre Pflanzen auf Rollgestelle, Blumenständer, Regale usw. stellen.
Bedenken Sie ausserdem, dass Pflanzen weder warme und trockene Luftströme (Heizkörper, Ofen) noch kalte Zugluft (Eingangstür, Fenster oder Terrassentür) mögen.
Probleme erkennen
Zu hohe Temperaturen: vorzeitiger Blütenfall. Ein warmer Luftzug kann zu einem plötzlichen Blattverlust führen.
Zu niedrige Temperaturen: In einer etwas zu kühlen Umgebung stagniert das Wachstum und kommt im Frühjahr möglicherweise nur schwer wieder in Gang. Ein kalter Luftzug kann hingegen zu einem Temperaturschock und zu Blattschäden führen.
Übermässige Luftfeuchtigkeit: Auftreten von Grauschimmel- fäule (Botrytis); kommt im Wohnraum selten vor und betrifft eher Pflanzen, die in Gewächshäusern oder Wintergärten kultiviert werden.
Mangelnde Luftfeuchtigkeit: Spitzen und Blattränder verfärben sich braun. Neue Blätter sind bisweilen deformiert.