Das Reisetagebuch, eine Ode an die Freiheit und die Kontemplation

Es ist ein kleines Notizbuch, das zur Entschleunigung und zur Kontemplation verführt. Sobald man ihm Fragmente des Lebens anvertraut, verwandeln sich seine leeren Seiten in ein persönliches Reisetagebuch, das von nah und fern, von Realität und Fantasie inspiriert ist. Seit kurzem würdigt ein Schweizer Verein diese kreative Praxis, die keine Grenzen kennt.
Fabienne Défayes
Michel Krafft.
© Valentin Flauraud
© Valentin Flauraud
Michel Krafft.
© Valentin Flauraud
© Valentin Flauraud
© Valentin Flauraud

«Die Reise? Sie beginnt schon an der Haustür, wenn nicht sogar in unserem Inneren.» Für Michel Krafft, der seit mehreren Jahrzehnten Reiseberichte schreibt, ist es das Medium der Wahl, um Erlebtes mit Bildern und Texten festzuhalten und weiterzugeben. «Mit dem Tagebuch kehrt Gelassenheit ein.»

Die Gestaltung von Reisetagebüchern lässt sich bis in die Renaissance zurückverfolgen. Dennoch verbinden wir sie vor allem mit den grossen Forschungsreisen des 19. und 20. Jahrhunderts, einer Zeit, die von der Entdeckung neuer Länder geprägt war. Naturforscher, Anthropologen und andere Wissenschaftler dokumentierten ihre Beobachtungen in Notizbüchern und veröffentlichten sie nach ihrer Rückkehr nach Europa. Neben bekannten Vertretern wie Charles Darwin, James Cook, Paul Gauguin oder Nicolas Bouvier gab es unzählige Künstler und Autoren, die ganze Seiten mit ihren Reiseberichten füllten.

Zu den begeisterten Anhängern dieser Praxis zählten auch einige Monarchen, darunter Königin Victoria. Sie hielt ihre Reise in die Schweiz im Jahr 1868 in einem Aquarellheft mit Landschaften und bäuerlichen Szenen fest. Das wertvolle Tagebuch wird heute im Landesmuseum in Zürich aufbewahrt.

Eine Kunstform für alle

Ein Reisetagebuch weckt in uns automatisch den Duft von fernen Ländern und von Exotik. Wenn wir aber glauben, dieses Medium sei allein den grossen Weltenbummlern vorbehalten, dann unterschätzen wir sein Potenzial. In erster Linie handelt es sich um eine für jedermann zugängliche Kunstform, die zum Innehalten einlädt und den Alltag oder einen persönlichen Lebensübergang begleitet. Dabei kommen verschiedene Techniken wie das Zeichnen, Malen, Schreiben, Collagen usw. zum Einsatz. Man muss aber kein Zeichentalent sein, um ein Reisetagebuch zu gestalten.

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